Über mémreg - Das Projekt
Entstehung, Entwicklung und Projektumriss
Im Jahr 2000 feierte die Firma W. Gassmann AG ihr 150-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass ist das Regionale Gedächtnis - Mémoire régionale entstanden: eine zweisprachige Datenbank mit Bild- und Filmdokumenten sowie Texten, welche die Geschichte der Region Biel, Seeland und Berner Jura von ungefähr 1850 bis heute illustrieren und erzählen.
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Am 150-Jahre-Jubiläum: Marc Gassmann präsentiert die Online-Datenbank des Regionalen Gedächtnis'. |
Das
Regionale Gedächtnis ist in erster Linie ein Online-Archiv: Wir verfügen über die gesammelten regionalhistorischen Dokumente allein in virtueller Form. Sobald die Bilder und Filme gescannt und digitalisiert worden sind, geben wir sie an ihre BesitzerInnen zurück. Das
Regionale Gedächtnis sorgt für die Bereitstellung der Dokumente auf dem Internet; dafür, sie über diesen Kanal einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Daneben hat das
Regionale Gedächtnis wiederholt auch Auftritte ausserhalb des Internets realisiert: etwa mit der Publikation einer CD-ROM und den DVDs zum Bieler Jahrbuch [mehr hierzu erfahren Sie unter
Publikationen]; mit der Teilnahme an der Bahnexpo.03 im Luzerner Verkehrshaus, an den Bieler Fototagen 2005 sowie 2007 an der Ausstellung «Biels internationale Solidarität» in der Stadtbibliothek Biel [mehr hierzu unter
Ausstellungen]; mit der Wiederbenennung des Photographengässlis in Biel sowie mit anderen Aktivitäten [mehr hierzu unter
Andere Aktivitäten]. Reaktionen auf diese Anlässe und auf das
Regionale Gedächtnis im allgemeinen können Sie dem
Pressespiegel entnehmen.
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Matthias Nast, Projektleiter von 1999 bis 2005, heute wissenschaftlicher Berater. |
Seit seiner Entstehung wurde das
Regionale Gedächtnis - Mémoire régionale inhaltlich fortwährend erweitert. Äusserlich erscheint es seit Anfang des Jahres 2006 in einem neuen virtuellen Kleid - das heisst: mit einem komplett überarbeiteten, neu gestalteten und funktionell stark optimierten Internet-Auftritt; überdies mit einem eigenen Logo und dem fassbareren Namen
mémreg - einem doppelsprachigen Kürzel, das sich aus den Bezeichnungen
Regionales Gedächtnis und
Mémoire régionale entwickelt hat.
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Hans-Ueli Aebi, mémreg -Projektleiter seit 2006 und Peter Fasnacht, mémreg -Filmredaktor, stellen den neuen Internetauftritt vor. |
Inhalt und Umfang des bestehenden virtuellen Archivs
Insgesamt enthält die mémreg-Datenbank an die 5000 regionalhistorische Dokumente. Die Bilder, Filme und Texte, die darin zu finden sind, lassen Persönlichkeiten, Orte, Landschaften, Gebäude und Ereignisse aus der Region Biel, Seeland und Berner Jura wieder aufleben; teilweise in höchst ungewöhnlichen Beschreibungen, Ansichten und Filmsequenzen. Die Mehrzahl der Bild- und Filmdokumente stammen aus privaten Archiven und Sammlungen und sind bisher noch nirgends veröffentlicht worden. Es handelt sich bei den betreffenden Dokumenten vornehmlich um Aufnahmen von AmateurInnen. Dank engagierten SammlerInnen konnten diese Zeitzeugnisse aus dem Alltag der Menschen vor der Vernichtung bewahrt und via mémreg publik gemacht werden.
Nebst den Dokumenten aus Alltag und Freizeit und einer reichen Sammlung an historischen Postkarten finden sich im mémreg auch Dokumente aus den Archiven von Gemeinden sowie von Firmen, Vereinen und anderen Institutionen der Region. Diese Dokumente erlauben einzigartige Einblicke in die Arbeitswelt und das Dorf- und Vereinsleben.
Zur historischen Qualität und Relevanz der Dokumente
Bilddokumente spielten in der Geschichtswissenschaft lange Zeit eine völlig untergeordnete Rolle. Meistens wurden sie lediglich als illustratives Beiwerk für Publikationen verwendet. Erst in letzter Zeit avancierte das fotografische Bild zu einer zeitgeschichtlichen Quelle ersten Ranges.
Auch der private Film stand lange Zeit ganz im Schatten des grossen kommerziellen Kinos. Was eher verächtlich als dilettantische, rein persönliche Familiengeschichten ohne jeden künstlerischen oder historischen Wert betrachtet wurde, überrascht und fasziniert heute durch seinen Reichtum an authentischen Dokumenten aus dem Alltag. AmateurInnen haben professionellen FilmerInnen und FotografInnen oft voraus, dass sie das, was sie mit ihrer Kamera festhalten, auch unmittelbar selbst erlebt haben. Sie sind deshalb wichtige ZeitzeugInnen des kollektiven Erinnerns.
Unter den Texten in der mémreg-Datenbank finden sich Beiträge, die bereits in unseren Publikationen erschienen sind. Verschiedene Autorinnen und Autoren berichten über den periodischen Aufschwung und Niedergang der Wirtschaft, den gesellschaftlichen Wandel sowie über die Welt der Politik und der Presse. Sie lassen uns am alltäglichen Leben teilnehmen, stellen Persönlichkeiten aus Kultur und Sport vor und nehmen uns mit auf die Bauernhöfe im Seeland, in die Uhrenateliers im Berner Jura und die belebten Strassen Biels.
Dienstleistungen, Produkteangebot und Interaktivität
Die BesucherInnen des Regionalen Gedächtnis' - Mémoire régionale können im Online-Archiv mit frei eingebbaren Stichwörtern herumstöbern oder gezielt Dokumente zu näher definierten Themen, von bestimmten Orten oder aus spezifischen Epochen suchen. Ihr Suchergebnis wird stets aus einer übersichtlichen Darstellung der entsprechenden Bilder, Filme und Texte bestehen. Jedes Dokument kann im Detail und mit allen verfügbaren Informationen versehen betrachtet und gelesen, im Fall von Texten kostenlos als PDF heruntergeladen und, handelt es sich um einen Film oder ein Bild, bestellt und gekauft werden [mehr hierzu erfahren Sie unter Produkteangebot. Beachten Sie überdies unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen].
Darüber hinaus kann jedes Dokument – sei es ein Bild, ein Film oder ein Text – von den BesucherInnen kommentiert werden [informieren Sie sich hierzu unter Ihre Bemerkungen].
Ausblick und Aufruf
Ein Archiv beginnt irgendwann, irgendwo zu wachsen; ein Ende aber erreicht es nicht eigentlich. Praktisch können nie alle interessanten Dokumente vollständig gesammelt werden, selbst wenn die Epoche und die Region, aus der sie stammen (sollen), klar umrissen sind. Zuvieles geht vergessen und verloren, wird als wertlos angesehen und unbedacht vernichtet; manches verstaubt unbeachtet und zerfällt mit der Zeit gänzlich. mémreg hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Verlust zu verhindern oder wenigstens zu minimieren, die Bevölkerung auf den historischen Wert auch unscheinbarer Dokumente zu sensibilieren und immer weiter nach regionalhistorischen Dokumenten zu forschen: Bilder, Fotografien, Zeichnungen, Lithographien, Reproduktionen von Gemälden, winzige Filmsequenzen und längere Filme, aber auch Texte - Erlebnisberichte, kürzere und längere Artikel zu historischen Themen.
Wir freuen uns daher, wenn auch Sie uns Ihre Texte, Fotografien und Filme zur Verfügung stellen und so einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Ob Sie einE leidenschaftlicheR SammlerIn sind; ob Sie auf Ihrem Estrich alte Dokumente gefunden haben, deren Herkunft Sie nicht kennen; ob Sie ein Archiv in Ihrer Firma haben, das unbeachtet vor sich hin staubt; ob über und aus Ihrer Gemeinde Dokumente von historischem Wert bestehen - zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren und über Ihre Schätze zu informieren [mehr hierzu finden Sie unter Archiv-Verwaltung und Ihr Archiv - ein Aufruf!]
Das Regionale Gedächtnis ist Mitglied von Memoriav!
Wir sind stolz auf unsere Mitgliedschaft bei Memoriav, dem Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz, und auf die ausdrückliche Empfehlung des Regionalen Gedächtnis' durch Kurt Deggeler, den Direktor von Memoriav:
«Geschriebenes, aber auch Bilder und Töne aus der näheren und weiteren Vergangenheit sind weit mehr als Objekte für eingefleischte Nostalgiker. Sie sind wertvolles Kulturgut und bilden einen unabdingbaren Bestandteil unseres Erinnerns. Erinnern, das Wissen um die Vergangenheit, wiederum das individuelle wie das kollektive, ist das Fundament für unser Verständnis der Zeit und der Umgebung in der wir leben. Es ist Quelle für Wohlbefinden und Ressource unserer Lebensqualität.
Das Projekt Regionales Gedächtnis erfüllt in vorbildlicher Weise diese Funktion. Es zeigt die Notwendigkeit und den Nutzen des aktiven Sammelns, Bewahrens und Vermittelns der vom Trägermaterial her oft kurzlebigen Informationen, welche unsere Alltagsgeschichte spiegeln. Projekte dieser Art passen besonders gut zur kulturellen Vielfalt unseres Landes und sind erstklassige Instrumente zu deren Erhaltung und Stärkung.
Memoriav, der Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturguts der Schweiz, ist zur Hauptsache auf nationaler Ebene tätig. Projekte wie das Regionale Gedächtnis Biel-Seeland-Berner Jura sind eine ideale Ergänzung zu dieser Tätigkeit. Wir möchten es hiermit ausdrücklich unterstützen und zur Nachahmung empfehlen.»
Bern, im Januar 2003
Kurt Deggeller, Direktor Memoriav - Verein zur Erhaltung audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz
