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Archive Bieler Tagblatt / Journal du Jura

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Marguerite Weidauer-Wallenda

Schaustellerin mit Wanderkino
 

Marguerite Wallenda wurde 1882 als Tochter des Panoptikum-Besitzers Philipp Wallenda und der Zürcher Seiltänzerin Anna Suter geboren. Mit ihrer Familie kam Wallenda als kleines Kind nach Biel. Biel - von dem berühmten Clown Grock einst als unbürgerlichste Stadt der Schweiz bezeichnet - galt zu jener Zeit als Treffpunkt des fahrenden Volkes. Wallenda besuchte die städtischen Schulen, sie sprach den Bieler Dialekt und Französisch. Sie beabsichtigte Medizin zu studieren, ihr Vater gestattete ihr dies jedoch nicht. So zog sie mit der Schaustellerfamilie von Stadt zu Stadt.

Diese Lebensart behielt sie bis ins hohe Alter bei. Schon in ihrer Jugend, kaum war die Kinematografie erfunden worden, erstand Marguerite Wallenda in Biel ein Wanderkino und begann selber zu filmen. Sie filmte die Bieler auf den Strassen und Plätzen der Stadt, fuhr sodann mit dem Zug nach Paris, um ihre Filme dort entwickeln zu lassen und führte ihre Aufnahmen kurz darauf den staunenden Amateurakteuren vor. Als 1912 der deutsche Kaiser der Schweiz einen Besuch abstattete, erhielt Wallenda den offiziellen Auftrag, dieses Ereignis auf Film festzuhalten. Das Dokument ging als Vorläufer der Filmwochenschau in die Geschichte ein.

1908 verheiratete sich Marguerite Wallenda mit Heinrich Weidauer, einem Tierbändiger. Die Ehepartner erhielten 1910 das Schweizer Bürgerrecht, 1934 wurden sie Burger von Biel. Als Heinrich Weidauer 1941 starb, führte Marguerite Weidauer-Wallenda das gemeinsame Schaustellergeschäft während 27 Jahren alleine weiter.

Das Unternehmen galt in der Schweiz als das weitaus grösste und bestrenommierte. Weit herum bekannt wurde Marguerite Wallenda-Weidauer unter anderem durch ihre Figur-Acht-Bahn: Mit dieser Rummelplatz-Attraktion, die 1921 auf Bestellung Weidauer-Wallendas von einem Berliner Architekten erbaut worden war, zog die Schaustellerin fortan durch die Schweiz. Sie hielt mit ihrer Truppe zehnmal pro Jahr mindestens eine Woche lang an allen grösseren Orten der Schweiz und hatte mit der spektakulären Bahn, die in ihrer Art in der Schweiz einzig war, nie einen Unfall zu verzeichnen. Die Tourneen begannen jeweils an der Bieler Fasnacht und der Zibelemärit in Bern stellte das Ende der Reisen dar. Das letzte Mal wurde die Figur-Acht-Bahn im Jahr 1968 an der Bieler Braderie errichtet.

Marguerite Wallenda-Weidauer war sowohl als tüchtige Geschäftsfrau und autoritäre Chefin, wie auch als eigensinnige Persönlichkeit geachtet. 1952 wurde sie vom Schweizerischen Schaustellerverein zur Ehrenpräsidentin erkoren. In Biel, wo sie an der Ländtestrasse eine Villa bewohnte, war Wallenda-Weidauer als exzentrisches Stadtoriginal bekannt. Nach dem Verkauf ihrer Liegenschaft zog sie in ihren Salonwagen nach Nidau, der sich am einstigen Standort der Figur-Acht-Bahn befand. Im Wohnwagen verbrachte sie ihre letzten Lebensjahre. Marguerite Weidauer-Wallenda starb 1972.


AutorIn: Manuela Di Franco
 
 
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