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Archive Bieler Tagblatt / Journal du Jura

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Georges Moeckli

Ein Jurassier in der bernischen Regierung.
 

Georges Moeckli wurde am 14. Februar 1889 geboren. Der zum Lehrer ausgebildete Jurassier amtierte von 1935-1938 als sozialdemokratischer Nationalrat, ab 1938 als Regierungsrat des Kantons Bern sowie von 1948-1959 als Ständerat.

Moeckli spielte im Zusammenhang mit der «Jurafrage» eine nicht unbedeutende Rolle: Die so genannte Moeckli-Affäre, die sich im September 1947 ereignet hatte, brachte den seit langem schwelenden Jurakonflikt zu einem erneuten Ausbruch. Dazu kam es, als Georges Moeckli, seit neun Jahren bernischer Regierungsrat, seine Direktion der Armenfürsorge aufzugeben und das Bau- und Eisenbahndepartement zu übernehmen wünschte. Der Regierungsrat unterstützte Moeckli darin einstimmig. Der Grosse Rat jedoch, der für die Direktionszuteilung zuständig war, verweigerte dem jurassischen Regierungsrat sein Begehren. Er beschloss am 9. September 1947 mit 92 gegen 62 Stimmen auf Antrag von Grossrat Hans Tschumi aus Interlaken, nicht Moeckli, sondern dem neu gewählten Samuel Brawand aus Grindelwald die Baudirektion zuzuweisen.

Die beiden Anwärter unterschieden sich weder bezüglich Parteizugehörigkeit, noch Vorbildung, sondern lediglich in ihrer Herkunft und Muttersprache. Dass Moeckli französisch anstatt des gewünschten Deutsch spreche, war denn auch Tschumis Argument und der Grund für die Wahl Brawands. Die offensichtliche ethnische Diskriminierung, die Moeckli dadurch erfuhr, bewirkte eine spontane Solidarisierungswelle, aus der die Gruppierungen «Comité de Moutier» sowie «Mouvement séparatiste jurassien» (MSJ) hervorgingen.

Ein Infragestellen der kantonalen Einheit lehnte die bernische Regierung kategorisch ab. Sie schlug jedoch die formelle Anerkennung des jurassischen Volkes als ethnische Einheit, die Gleichstellung von Französisch und Deutsch als Amtssprache im Kanton Bern, die Konstituierung einer paritätischen Kommission des Grossen Rates zur Behandlung jurassischer Angelegenheiten und die Zusicherung zweier von neun Regierungssitzen an die jurassische Minderheit vor.

Nach der Annahme dieser Zugeständnisse in der Volksabstimmung vom 29. Oktober 1950 löste sich das «Comité de Moutier» auf, nicht aber der von den Verhandlungen ausgeschlossene MSJ, dessen Ziel die vollständige Autonomie der jurassischen Gebiete war. In der Folge verfestigte und radikalisierte sich die Gruppierung gar und trat neu unter dem Namen «Rassemblement jurassien» (RJ) in Aktion. Als wichtigstes Mobilisierungsinstrument der Autonomiebewegung entwickelte sich der Gedenktag zur Moeckli-Affäre, der seitdem jährlich mit dem «Fête du peuple jurassien» begangen wird.

In den 60er-Jahren verschärfte sich der Jurakonflikt. 1963 entstand die separatistische Jugendorganisation «Bélier», zugleich hatten die antiseparatistischen Kräfte die «Union des Patriotes Jurassiens» (UPJ) gegründet. Die Berner Regierung wich schliesslich von ihrem Grundsatz der kantonalen Einheit ab. 1970 wurde in einer Abstimmung ein Verfassungszusatz betreffend des Selbstbestimmungsrechts im Berner Jura angenommen. Die drei Juraplebiszite in den Jahren 1974-1975 führten schliesslich zu einer Klärung der genauen Grenzziehung.

Georges Moeckli starb am 9. Juni 1974. Vier Jahre nach seinem Tod, am 24. September 1978, wurde der Jura in einer eidgenössischen Abstimmung als eigenständiger Kanton anerkannt.


AutorIn: Manuela Di Franco
 
 
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