Internetportal für historische Dokumente aus der Region Biel, Seeland und Berner Jura.

Unsere zweisprachige Datenbank enthält 7519 Bilder, 413 Filme und 396 Texte.

 
ein Projekt der W. Gassmann AG

» Pensez-donc à rendre une visite à la Mémoire régionale!
 
 
Home
 
Suchen und Finden

Volltext/Suche

Stichwort 1: 
Verknüpfung: und oder
Stichwort 2: 
 
 
» zur erweiterten Suche
 
Benötigen Sie Hilfe bei Ihrer Suche? Erfahren Sie mehr über die freie Suche und werfen Sie einen Blick in unsere Stichwortlisten
Sie befinden sich...
in der gesamten mémreg Datenbank.
Wenn Sie in einem bestimmten Archiv oder einer bestimmten Sammlung suchen wollen, klicken Sie » hier
Suchen und finden
Durchsuchen Sie die mémreg-Datenbank mit frei eingebbaren Stichwörtern oder verwenden Sie die erweiterte Suche. Zur freien und erweiterten Suche gelangen Sie » hier...

Archive Bieler Tagblatt / Journal du Jura

Für Informationen seit 1999 suchen Sie auch in den Archiven des BT und des JJ.

Paul Kipfer

Ein Bieler in der Stratosphäre.
 

Paul Kipfer wurde am 11. März 1905 in Biel geboren. Er besuchte das Gymnasium in Biel und studierte anschliessend an der ETH in Zürich Mathematik und Physik. Nach seinem Abschluss nahm er eine Assistenzstelle bei Professor Auguste Piccard an. Piccard, seinerseits Schweizer Staatsbürger, forschte und lehrte an der Freien Universität in Brüssel.

Überzeugt davon, dass das Überleben in der Stratosphäre eine unter Druck gesetzte Kabine erfordert, hatte Piccard 1930 mit der Planung einer entsprechenden kugelförmigen Aluminiumgondel begonnen. Die eigentliche Arbeit seines Assistenten Paul Kipfer bestand zwar in der Erforschung der Röntgenstrahlung, in seiner Freizeit arbeitete Kipfer jedoch mit Piccard an dessen Vorbereitungen zu einem Stratosphärenflug.

Am 27. Mai 1931 war es soweit: Auguste Piccard und Paul Kipfer flogen in ihrem Ballon von Augsburg in Deutschland Richtung Stratosphäre. Der Start gestaltete sich etwas überstürzt, wie Piccard erzählte: «Um 03.57 Uhr sagt Kipfer, durch eines der Bullaugen blickend, zu mir: ‹Ein Fabrikschornstein geht unterhalb von uns vorbei!› Man hatte den Ballon losgelassen und vergessen, uns, wie vereinbart, den Start mitzuteilen!» Der Ballon erreichte innert kurzer Zeit die erstaunliche Höhe von 16 000 m - niemand hatte je zuvor die Erde aus einer solchen Distanz betrachtet. Nach einigen Stunden wollten Piccard und Kipfer zum Abstieg ansetzen, doch dies erwies sich als unmöglich: Die Reissleine des Ballons hatte sich mit einem Haltetau verwickelt, so dass kein Wasserstoff mehr freigelassen werden konnte, um den Ballon zum Sinken zu bringen. Die Wissenschaftler mussten den Abend, die kühlere Temperatur abwarten. Dank dem, dass Piccard mehr als genug Sauerstoff mitgenommen hatte, überlebten die beiden Forscher die unvorhergesehene Verzögerung und landeten siebzehn Stunden nach dem Start auf dem Obergurgl-Gletscher im Ötztal.

Nach ihrer Ankunft wurde den Forschern von allen Seiten zugejubelt. Selbst berühmte Wissenschaftler wie Einstein und Bohr sandten Glückwünsche, ebenso der Bundesrat und der Bieler Stadtpräsident Guido Müller. Kein Wunder: Der Flug diente nicht nur der Erforschung der kosmischen Strahlung und Radioaktivität, sondern sollte auch abklären, ob Flugzeuge in eine Höhe bis 15 000 m aufsteigen können, um ihre Geschwindigkeit von 200 auf 600 km/h zu steigern - heute eine Selbstverständlichkeit im Luftverkehr. Der damals erst 26-jährige Paul Kipfer wurde zum Ehrenbürger der Stadt Biel ernannt. Zusammen mit Piccard wurde Kipfer in Biel ein pompöser Empfang bereitet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich Kipfer für die Gründung eines Institutes für Kernphysik an der Universität Brüssel ein und leitete dieses später. 1945 wurde er an der Universität Brüssel zum ordentlichen Professor ernannt. 1958/1959 wagte er sich erneut an ein Abenteuer und nahm an einer belgischen Antarktisexpedition teil. Paul Kipfer starb 1980.


AutorIn: Manuela Di Franco
 
 
»zurück
 
Haben Sie noch weitere Informationen zu diesem Text. Oder haben Sie einen Fehler gefunden.
Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!
Kontakt aufnehmen
Als PDF herunterladen
» Hier... können Sie diesen Text zum Drucken herunterladen.
Letzte Aktualisierung: 28.07.2015
Total BesucherInnen: 1102095
application by redmouse
code & design by reziprok
© 2018 by mémreg
» Nutzungsbedingungen

Links