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Archive Bieler Tagblatt / Journal du Jura

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Rudolf Gnägi: Kalter Krieger aus dem Seeland

Geprägt von der Unsicherheit während des Kalten Krieges verfocht der SVP-Bundesrat und Vorsteher des Militärdepartements 1968-1979, Rudolf Gnägi, eine harte Linie und forcierte den Ausbau des Militärs; die Meinungen über ihn sind deshalb gespalten. Rudolf Gnägi wurde 1917 in der Seeländer Ortschaft Schwadernau geboren. Er verstarb 1985.
 

Auf dem Schulhausareal von Schwadernau steht ein Naturstein zum Andenken an den verstorbenen SVP-Bundesrat Rudolf Gnägi. 1917 geboren, und heimatberechtigt in dieser Seeländer Ortschaft, absolvierte Gnägi die klassische Ochsentour via Regierungsrat (in den er bereits als 35-Jähriger einzog) und Nationalrat. 1965 wurde Gnägi unbestritten und mit einem Glanzresultat zum Bundesrat gewählt. Als Nachfolger von Friedrich Traugott Wahlen leitete er in je zwei Intervallen das Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement und später das Militärdepartement. 1971 und 1976 war er Bundespräsident.

Während seiner Zeit als Vorsteher des Militärdepartements (1968 und 1969-1979) befand sich die Schweiz im Schatten des Kalten Krieges. Die Auseinandersetzung zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt bestimmte auch die neutrale Schweizer Aussen- und Verteidigungspolitik. Mit seinem Hang zur Pedanterie, und insbesondere aufgrund seiner klaren Haltung zugunsten einer schlagkräftigen Armee, galt Gnägi vielen Bürgern und Bürgerinnen als Garant einer wehrhaften Schweiz. Anderen wiederum - darunter vielen Frauen und Männern, die nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurden - erschien Bundesrat Gnägi als «Militärgrind», der das Militärdepartement zu einem Bollwerk gegen parlamentarische Kontrolle ausbauen wollte.

Die Entwicklung der Schweizer Armee lag Gnägi sehr am Herzen. Mit der Beschaffung des Panzer 68 im Jahr 1974 wurde die Armee indessen nicht glaubwürdiger. Im Gegenteil: das Schweizer Fabrikat war mangelhaft. In einem internen Bericht heisst es: «Verglichen mit dem Stand der heutigen Panzertechnik ergab sich daraus keine entsprechende Kampfwertsteigerung und vor allem keine Verbesserung der Kriegstauglichkeit. Art und Zahl der Mängel erlauben es nicht, von einem kriegstauglichen Fahrzeug zu sprechen.» Ebenfalls in die Zeit Gnägis fiel die Cincera-Affäre. 1976 wurde Ernst Cincera als Schnüffler enttarnt. Peinlich für das Militärdepartement: 1700 Dokumente aus seinem Archiv waren auf dem militärischen System Midonas verzeichnet. Das Departement dementierte umgehend jede Beziehung zu Cincera.

1979 trat Bundesrat Gnägi zurück. Er war ein Vertreter der Generation, die den Zweiten Weltkrieg miterlebt hat. Diese Erfahrung brachte er in die Politik ein und vertrat dort eine klare Linie - was ihm nicht nur Wohlwollen einbrachte, jedoch mit Respekt quittiert worden ist. Rudolf Gnägi verstarb am 20. April 1985.


AutorIn: Matthias Nast
 
 
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