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Archive Bieler Tagblatt / Journal du Jura

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Elsie Giauque: Eine Seeländerin, die modernes Denken lebte

Elsie Giauque gilt als die wichtigste bildende Künstlerin des Berner Seelandes in diesem Jahrhundert.
 

Welt kam Elsa Kleinpeter im Jahr 1900 im Zürcher Oberland. 1918 trat sie in die Kunstgewerbeschule ein. In Zürich herrschte trotz Weltkrieg Aufbruchstimmung: Künstlerinnen und Künstler wie Sophie Täuber, Otto Morach, Johannes Itten vermittelten Impulse, von denen sich Elsa Kleinpeter begeistern liess. Sie entwarf geometrische Muster für ihre Stickereien und engagierte sich in der experimentellen Zürcher Marionettenspielgruppe.

Am 4. September 1923 besuchte sie erstmals die unbewohnte «Festi» ob Ligerz, wo der Maler Fernand Giauque in Zukunft mit ihr Leben wollte. Kennen gelernt hatten sich die beiden an der Schule in Zürich. Dass es Elsie Giauque als Frau ihrer Generation gelang, ihre künstlerische Vision im abgelegenen Seeland weiterzuentwickeln, ist ausserordentlich. Verschiedenes half ihr dabei:

Zum einen liessen sich Fernand Giauque und mit ihm Walter Clénin, August Jaeger und andere von ihrem Feuer animieren und unterstützten sie bei der Gründung des «Marionetten-Theaters Festi Ligerz». Die erste Aufführung im «Kunsthaus im Ring» in Biel wurde von sechs Personen besucht. Dass sich Elsie Giauque nicht entmutigen liess, zeugt von ihrem Durchhaltewillen. Die Inszenierung der «Geschichte vom Soldaten» nach Hans Reinhart, mit Musik von Willy Burkhard, ist im Rückblick ein Kulturmarkstein für die damalige Zeit in der Region.

Zum andern betrieb Elsie Giauques Vetter, Otto Hürlimann, nach einem Bauhaus-Lehrjahr in Weimar ein Webatelier in Schafis. Die Möglichkeit, sich vor Ort weiterzubilden, war ein Lichtblick, umso mehr als sie nach seinem Wegzug den Webstuhl übernehmen konnte. Es war nun möglich, ihre Vorstellung von Kunst als gestalteten Lebensraum (Stoffe, Kleider, Möbel, Teppiche usw.) zu verwirklichen. Tragisch und zeittypisch ist, dass die künstlerische Dimension ihres Schaffens nicht erfasst wurde; sie war die «Kunstgewerblerin», die mit einer Reihe von Künstlern ausstellte. Das heisst indes nicht, dass Elsie Giauque in ihrem Fachbereich keine Anerkennung gefunden hätte, insbesondere was ihre Webstoffe für die Haute Couture anbelangt. Nach dem Aufbrechen der Festi-Gemeinschaft (1943), kehrte Elsie Giauque zeitweilig nach Zürich zurück, wo sie bis 1966 an der Kunstgewerbeschule unterrichtete. Es gelang ihr unterdessen, die «Festi» als Webatelier und als Ort der Kultur zu erhalten.

Geradezu ein Quantensprung vollzog sich in der zweiten Hälfte der 60er-Jahre. Was sich in der Gedrängtheit zwischen Unterricht in Zürich, Webatelier in Ligerz und neuer Partnerschaft aufstaute, konnte sich nach ihrer Pensionierung frei entfalten. Elsie Giauque liess alle Funktionalität fallen und konzentrierte sich ganz auf Formen und Farben im Austausch mit den Materialien und den dazugehörenden Techniken. In ihrem international beachteten Spätwerk verweben sich Material, Natur und Architektur. Ihre luftigen Säulen hängen wie Trauben im Raum, die mehrschichtigen Gewebe formen sich zur Landschaft.


AutorIn: Annelise Zwez
 
 
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