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Archive Bieler Tagblatt / Journal du Jura

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Die Krise der 30er-Jahre

Die Wirtschaftskrise der 30er-Jahre wurde durch den Börsenkrach vom Oktober 1929 in New York eingeleitet. In Biel wurden zuerst Hunderte von Uhrenarbeitern entlassen, dann waren die Metallindustrie und das Baugewerbe betroffen, und schliesslich fast alle Teile der Volkswirtschaft.
 

1933 erreichte die Krise in Biel mit beinahe 5000 Arbeitslosen den Höhepunkt. Die Arbeitslosenrate betrug 12,7 Prozent.

Damals gab es noch keine obligatorische Arbeitslosenversicherung. Viele Arbeiter waren nicht versichert. Wer in Not geriet, musste die Fürsorge um Unterstützung bitten. Arbeitslose Väter wussten oft nicht, wie sie ihre Familie ernähren sollten. Glücklich jene Arbeiterfamilie, in der wenigstens die Mutter einen Verdienst hatte oder die in einer Siedlung mit Garten zur Selbstversorgung wohnte.

Von 1919 bis 1939 - als die Sozialdemokraten in beiden Räten die Mehrheit stellten - sprach man vom «Roten Biel». Während der bürgerlich ausgerichtete Regierungsrat meinte, gegen die Weltwirtschaftskrise lasse sich nicht viel tun, unternahm die sozialdemokratisch regierte Stadt Biel einiges, um die Arbeitslosigkeit zu lindern. Sie subventionierte die Arbeitslosenversicherungskassen der Gewerkschaften, baute die städtische Arbeitslosenversicherung aus, leistete Beiträge an Weiterbildungs- und Umschulungskurse und organisierte Notstandsprogramme im Hoch- und Tiefbau. 1933 betrugen die Ausgaben dafür 4,6 Millionen Franken. Das waren 42,5 Prozent aller Ausgaben im städtischen Budget.

Angesichts der Wirtschaftskrise durchbrach der Bieler Stadtpräsident und Finanzdirektor, Guido Müller, sein Prinzip, dass alle ordentlichen Ausgaben durch ordentliche Einnahmen zu decken seien. Mit dem Einverständnis der Stimmberechtigten nahm die Stadt Anleihen auf. An die Notstandsarbeiten - das bekannteste Beispiel ist der Bau des Strandbades - leisteten Bund und Kanton teilweise Subventionen. In den Arbeitslosenbeschäftigungsprogrammen mussten Uhrmacher als Bauhandlanger arbeiten. Uhrenarbeiterinnen hatten sich zu Dienstmädchen umschulen zu lassen, weil es für diese offene Stellen gab. Wer sich weigerte, dem wurde das Taggeld gesperrt. 1936 wurde der Schweizer Franken um 30 Prozent abgewertet. Damit verbesserten sich die Absatzmöglichkeiten der Exportindustrie. Die Aufträge für die Uhrenindustrie zogen an. Aber die Krise hatte eine Umstrukturierung ausgelöst: viele Kleinbetriebe mit qualifizierten Uhrmachern vermochten nicht zu überleben, während Grossfirmen, dank dem Einsatz von Maschinen und billigeren weiblichen Arbeitskräften, vom Aufschwung profitierten. Einen grossen Fisch zog Stadtpräsident Müller mit der «General Motors» an Land.


AutorIn: Stefan Rohrbach
 
 
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