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Archive Bieler Tagblatt / Journal du Jura

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Die Anfänge der Textil- und Uhrenindustrie

An der Wende zum 19. Jahrhundert war der Kanton Bern noch weitgehend agrarisch geprägt.
 
Zwar waren Handwerk und Gewerbe auch in ländlichen Regionen wie dem Seeland und besonders in den Kleinzentren Aarberg und Büren weit verbreitet, doch frühindustrielle Produktionsformen fanden sich nur in einzelnen Regionen. Zu den regionalen Schwerpunkten zählte der südliche Jura, wo im Amtsbezirk Courtelary bereits um 1770 ein Fünftel der Bevölkerung in der Uhrenherstellung tätig war. Zum Zentrum der jurassischen Uhrenindustrie entwickelte sich das «vallon de Saint-Imier», wo die Uhrenproduktion nach 1831 im Zuge der Regeneration einen rasanten Aufschwung erlebte. Den Grundstein dafür legten zugewanderte neuenburgische Uhrmacher, die neue, grosse «Ateliers d'établissage» zur Massenproduktion preisgünstiger Uhren auf heimindustrieller Basis gründeten.
 
In Biel hingegen war die Uhrenproduktion nach 1798 infolge des französischen Exportverbotes für Edelmetalle fast gänzlich aufgegeben worden. Die Rolle des Führungssektors übernahm in dieser Frühphase der Industrialisierung die Textilindustrie, deren Absatzchancen sich unter französischer Herrschaft markant verbesserten. Die seit 1747 bestehende Bieler Indiennedruckerei entwickelte sich zu einem Grossbetrieb. Bei der Indiennefabrikation werden gebleichte Baumwolltücher mit auf Holzplatten eingeschnittenen Ornamenten ein- oder auch mehrfarbig bedruckt. Das Unternehmen beschäftigte um 1808 rund tausend Arbeitskräfte und bildete das Zentrum für ein Dutzend kleiner Zulieferbetriebe. Der erfolgreiche Geschäftsgang erlaubte es der Verdan & Cie., die Druckerei mit eigenen Spinnerei- und Webereimanufakturen in Biel, Delsberg und Mülhausen zu erweitern und 1809 zur maschinellen Produktion überzugehen.  

Der Aufschwung der Bieler Textilindustrie erlebte 1825 mit der Gründung einer mechanischen Baumwollspinnerei seinen Höhepunkt. Mit der Umstellung auf eine marktorientierte, zentralisierte Produktionsweise innerhalb einer Manufaktur wandte man sich allmählich von der dezentral organisierten frühindustriellen Heimarbeit ab. Während aber die Indiennedruckerei Verdan & Cie. auf die kapitalintensive Modernisierung ihres Betriebes verzichtete und 1842 ihre Tore schliessen musste, wurde die Baumwollspinnerei 1830 mit einer mechanischen Weberei erweitert, die dem Fabrikkomplex der Drahtzieherei in Biel-Bözingen angegliedert wurde. Diese war ihrerseits aus einer 1634 am Ausgang der Taubenlochschlucht entstandenen Drahtmühle hervorgegangen und 1818 mit einer Schrauben- und Nagelfabrik erweitert worden. Möglich wurde der Ausbau dank einer intensiveren Nutzung der Wasserkraft der Schüss. Sie war von entscheidender Bedeutung für die Ausbreitung der Industrie, da in der frühen Phase der Industrialisierung mechanische Energie nur auf einer «solaren» Basis erneuerbarer Energieträger wie Holz, Wasser und Wind gewonnen werden konnte.


AutorIn: Daniel Weber
 
 
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