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Archive Bieler Tagblatt / Journal du Jura

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Spelterinis Ballonflug von Biel nach Münster, 1894

 

"Der erste Aufstieg des Ballonfliegers Spelterini in Biel fand gestern vor einer riesigen Zuschauermenge statt - die Leute hatten sich an alle Orte begeben, die eine Sicht auf den Startplatz bieten, manche waren sogar auf die Dächer der Nachbarhäuser gestiegen. Im Hof des Gaswerks hätte die Präsenz etwas besser sein können. Um das nächste Mal mehr Zuschauer anzuziehen, soll der Preis der dritten Plätze auf 50 Rappen ermässigt werden.

Die verschiedenen Vorbereitungsarbeiten fanden grosses Interesse. Die Anteilnahme schien im selben Masse zuzunehmen, wie die Ballonhülle sich zu einer immensen Kugel entwickelte. Gegen 15 Uhr 30 hatte die "Urania" die 1500 Kubikmeter Gas geschluckt. Bei einem Preis von 20 Rappen pro Kubikmeter kostet die Füllung also 300 Franken. Spelterinis Ballon besteht übrigens aus Seide und misst im Durchmesser 15 Meter. Sein Ventil befindet sich 23 Meter oberhalb des Ballonkorbes.

Bald wurde der Ballonkorb angehängt, und die Sandsäcke rückten näher zueinander - der Moment des Einstiegs war gekommen. Vier Passagiere stiegen ein, um den unerschrockenen Kapitän zu begleiten, und richteten sich zwischen Sandsäcken und anderen notwendigen Gerätschaften ein -  auch einige Champagnerflaschen kamen mit auf die Reise. Um 4 Uhr ertönte das feierliche "Alles loslassen!", und der Koloss erhob sich majestätisch in die Lüfte, begleitet vom Beifall tausender von Zuschauern und den Weisen der "Union Instrumentale".

Alle Blicke richten sich himmelwärts. Spelterini, der keine Gefahr kennt, hält sich auf der Kante des Ballonkorbs aufrecht, ein Bein und einen Arm streckt er in die Luft, und er mehrmals grüsst er die Menge. Die Urania bewegt sich nordwärts. Um 16 Uhr 10 hat sie eine Höhe von 1200 Metern erreicht, um 16 Uhr 20 befindet sich der Ballon auf 1400 Metern. 

Der Ausblick auf die Seen ist wundervoll. Um 16 Uhr 45 haben die Ballonfahrer eine Höhe von 2200 Metern erreicht. Sie sehen bis ins Elsass und die Vogesen. Sie erblicken die gesamte Alpenkette, vom Grand Salève bis zum Säntis. Um 17 Uhr 05 befinden sie sich hoch über der Ortschaft Münster -  auf 3000 Metern. Von dort aus können sie sieben Täler unterscheiden, und ihre Sicht reicht 200 Kilometer weit. 

Um 18 Uhr 30 beginnt der Ballon in Richtung Münster zu sinken. Weil das Terrain sich in keiner Weise für eine Landung eignet, muss der Ballon Ballast abwerfen, um wieder an Höhe zu gewinnen. Als der letzte Ballast abgeworfen ist, wird beschlossen, einen Passagier landen zu lassen. Herr Verdan kann sich vom Ballonkorb aus in einen Wald am Hang des Raimeux abseilen.

Der erheblich leichter gewordene Ballon steigt um etwa 1000 Meter, bevor er wieder rasch an Höhe verliert. Dieses Mal nähert er sich aber einer kleinen Ebene auf dem Gipfel des Raimeux. Die Landung gelingt.

Es scheint, dass dieser Ballonflug zu den bemerkenswertesten gehört, die Herr Spelterini gemacht hat. Die Passagiere können nicht aufhören, zu rühmen, wie der Pilot seinen Ballon gesteuert hat. Mit ihm fühlt man sich ganz sicher.

Herr Verdan, der leider im Verlauf seines Abstiegs bei Moutier verunfallt ist - er hat sich das Wadenbein gebrochen - ist bereits in Biel eingetroffen." 


Quelle:

Journal du Jura, 24. Juli 1894


AutorIn: Journal du Jura
 
 
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