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Petinesca

Zur Römerzeit war Petinesca die wohl bedeutendste Ortschaft der Region Biel-Seeland - hier, am Fusse des Jensbergs, kreuzte sich die Strasse in Richtung Solothurn mit dem Wasserweg zum Rhein. Belege für die Rolle, die Petinesca für den Handel spielte, finden sich noch heute: Auf der Peutingertafel, einer Strassenkarte der Antike, findet sich der Name der Ortschaft, und Spuren der Römerstrasse und einer Hafenanlage sind bis heute erhalten geblieben. Während gut drei Jahrhunderten erlebte Petinesca eine friedliche und wirtschaftlich blühende Zeit.


Petinesca, eine ursprünglich von den Helvetiern gegründete Siedlung, wurde im Zusammenhang mit dem Niedergang des Römischen Reiches bald aufgegeben - eine Fluchtburg aus der letzten Phase der Besiedlung blieb unvollendet.. Nach und nach verschwanden die Ruinen im vorrückenden Wald. Später wurde ein Teil der Bausubstanz der verlassenen Häuser wohl für Neubauten in der Region verwendet.
Etwa anderthalb Jahrtausende wurde es ruhig um Petinesca. Immerhin vermutete J. B. Plantin schon im Jahr 1656, das römische Petinesca müsse sich südwestlich der Ortschaft Studen befunden haben.

Die Erforschung Petinescas setzte 1830-32 ein: Die Berner Regierung liess am Fusse des Jensbergs nach Altertümern graben, und Geschichtsfreunde setzten die Forschungs- und Sammlertätigkeit auf eigene Rechnung fort.

Im Sommer 1898 wurde zur Erforschung des Jensberges und seiner Umgebung der Verein "Pro,Petinesca" gegründet. Der Verein leitete systematische Grabungen ein, die unter anderem zur Entdeckung des Keltenwalls und der Reste eines Wachtturms mit Eingangstor führten.

Eine weitere Möglichkeit zur Erforschung Petinescas bot sich in den Jahren der Weltwirtschaftskrise. 1937 bis 1939 wurden die Reste des oberhalb des Dorfes gelegenen Tempelbezirk freigelegt. Dabei konnten die Grundmauern von sechs Tempeln und drei Kapellen sowie die Reste eines Mehrzweckraums gefunden werden.
In den folgenden Jahrzehnten jedoch holte sich der Wald das Areal des Tempelbezirks zurück.

Mit der Überführung des gesamten Tempelbezirks in Staatsbesitz (2009) war die Grundlage für eine Instandstellung der Fundstellen gelegt. 2011 gelang es dem Archäologischen Dienst des Kantons Bern, die Grundrisse der Tempel, der Kapellen und des Mehrzweckraums wieder sichtbar und die ganze Anlage besser zugänglich zu machen. Am 24. Juni 2012 wird der wiederhergestellte Tempelbezirk mit einem Volksfest eingeweiht. Weitere Informationen zu Fundstellen in unserer Region finden Sie unter dem folgenden Link:

http://www.erz.be.ch/erz/de/index/kultur/archaeologie/fundstellen/seeland.html

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